Mit LED Growlampen 50-80% der Stromkosten sparen!

Wenn man im Internet nach passender Beleuchtung für seine Pflanzen sucht stößt man sehr regelmäßig auf Aussagen wie: Unser Growlampe kann 50-80% der Stromkosten, im Vergleich zur konventionellen Natriumdampflampe sparen!

Natürlich klingt eine solche Aussage sehr vielversprechend und nach einem unschlagbaren Kaufargument. Aber wieviel Wahrheit ist an solchen Aussagen dran?

Zunächst einmal lässt sich die Spreu vom Weizen sehr leicht trennen. Seriöse Hersteller wie beispielsweise Sanlight, Philips, Osram oder Gavita geben Mikromolwerte ihrer Beleuchtungseinheiten an. Wer die vorherigen Artikel bereits gelesen hat weiß, dass uns beim Vergleich der Effizienz von Pflanzenlampen der PPF Wert, also der Photosynthetische-Photonen-Fluss und nicht die Dichte interessiert.

Dieser Wert beträgt in der Regel irgendwas zwischen 1,5-2,6 mikromol pro Watt. Kennen wir den Verbrauch unseres Leuchtmittels lässt sich auch leicht der gesamte Mikromolwert berechnen:

1,86 mikromol pro Watt x 600 Watt = 1.120 Mikromol Gesamtleistung.bei 600 Watt.

Gehen wir von einem mittleren Lichtbedarf der Pflanze aus und sagen, dass wir unsere Fläche mit durchschnittlich 650 Mikromol/m² bescheinen wollen, so schafft diese eine 600W Lampe errechnet eine Fläche von ~ 1,72m².

Sagen wir, wir haben ein Gewächshaus mit einer Fläche von 3,2 m², die wir mit diesen 650 Mikromol/m² beleuchten wollen, so bräuchten wir zur Beleuchtung dieser Fläche 1,8 600W Lampen, mit einem Stromverbrauch von 1080W im Vergleich zu einer 1000W Lampe mit 1000W Verbrauch und 2.100 Mikromol.

(Rechenweg: 650 Mikromol/m² x 3,2m² = 2.080 Mikromol Gesamt; 2.080 Mikromol / 1.120 Mikromol (einer 600W Lampe) = 1,85 Beleuchtungseinheiten)

Selbst mit dem rein fiktiven Wert von 1,8 Beleuchtungseinheiten á 600W (1.080W) wäre der Stromverbrauch um 80W höher, als mit der einen 1000W Lampe, die den selben Mikromolwert auf die Fläche bringt.

Nun nehmen wir eine hochwertige LED zum Vergleich, in diesem nächsten Beispiel die S4W von Sanlight mit 2,4 Mikromol pro Watt und insgesamt 336 Mikromol. Von diesem sehr effizienten Lampentyp bräuchten wir 6,25 Beleuchtungseinheiten, um die selbe Fläche auszuleuchten wie mit der einen 1000W double ended.

6.25 Einheiten x 140 Watt = 875 Watt Gesamtlast

Dies sind 125 Wat weniger, als mit der 1000W double ended. Dies ist bereits eine hervorragende Leistung aber eben keine 50% Ersparnis. Gott sei Dank handelt es sich bei Sanlight um einen seriösen Hersteller, der sich von solchen Behauptungen fern hält. Ich habe die Daten lediglich für diesen Fall vergleichen wollen.

Um wirklich 50% der Energie einer 1000W double ended Armatur einzusparen, bräuchte man ein Leuchtmittel, welches 4,2 Mikromol pro Watt ausstößt. Doch von solchen Leuchtmitteln sind wir noch weit entfernt.

Stricken wir die Geschichte doch noch etwas weiter. Eine 1000W double ended kostet in der Anschaffung ca. 580€, bei jährlichen Stromkosten von 1.476€.

Eine hochwertige LED Armatur kostet ca. 510€ in der Anschaffung, bei 192€ Stromkosten pro Jahr. 

Multiplizieren wir die Anschaffungskosten und die jährlichen Stromkosten mit dem Faktor 6,25 sind wir bei 3.187,50€ Anschaffungskosten und jährlichen Stromkosten in Höhe von 1.200€. Dies sind 276€ niedrigere Stromkosten pro Jahr, um auf die selbe Beleuchtungsintensität zu kommen. Dennoch sind die Anschaffungskosten 2.607,50€ höher, als bei der 1000W double ended Einheit.

Eine double ended Beleuchtungseinheit benötigt alle 2 Jahre einen neuen Reflektor und ein neues Leuchtmittel. Hierfür habe ich ca. 120€ beanschlagt. Dies wären zusätzliche Kosten in Höhe von 480€ auf 8 Jahre. Also kostet die Einheit auf 8 Jahre 1.060€.

Nehmen wir also den Gesamtpreis unserer LED Einheit in Höhe von 3.187,50€ und ziehen die 1.060€ der 1000W Einheit ab, d.h. unsere LED muss 2127,50€ Strom einsparen. Nun teilen wir die 2.127,50€ durch die Stromersparnis von 276€ pro Jahr der LED Einheit und haben als Ergebis 7,7 Jahre, bis die LED günstiger wird, als die 1000W double ended.

Dieses Rechenbeispiel soll keinenfalls die Daseinsberechtigung von LED Armaturen in Frage stellen, sie soll lediglich als Denkanstoß dienen, um für seine eigene Fläche die ideale Beleuchtungseinheit zu finden. Es gibt denkbar viele Fälle in denen eine LED einer Hochdrucklampe im Vorteil ist, denke ich da an Regalsysteme oder sehr kleine und enge Anbauräume, doch nicht immer ist die LED im Vorteil und manchmal macht es durchaus Sinn für sein eigenes Vorhaben eine entsprechende Rechnung aufzustellen.

Beleuchtungsvergleich

 

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