Der heilige Gral – Das Gramm pro Watt

So gut wie täglich hören wir von ambitionierten Gärtner von diesen drei Wörtern: Gramm pro Watt. Dieses Ergebnis hat sich sehr in den Köpfen der Gärtner festgesetzt und jeder versucht sein Bestes, um diesen Ertrag zu erreichen. Aber was bedeutet eigentlich „Gramm pro Watt“?

 

Das Gramm pro Watt steht für die nutzbare trockene Biomasse einer Pflanze nach der Ernte. Die meisten Gärtner machen zunächst den grundsätzlichen Fehler lediglich die verwertbare Biomasse durch den Stromverbrauch der Lampe zu teilen, beispielsweise 350g/600W=0,58g/W. Dies ist ungefähr so aussagekräftig wie beispielsweise: Mein Auto fährt 200 Kilometer. Der Zeitfaktor wurde bereits vergessen, der in 30 Tagen angegeben werden sollte. Benötigten die Pflanzen beispielsweise 60 Blüte- & Fruchtbildungstage bis zur Ernte so wird das Ergebnis von 350g durch die 60 Tage dividiert und anschließend mal 30 multipliziert ((350g/60T)*30T)=175g). Hiermit haben wir zunächst den Ertrag pro 30 Tage berechnet. Nun muss der Ertrag pro 30 Tage noch durch die Wattleistung der Lampe dividiert werden (175g/600=0,29g/W). Hiermit haben wir einen vergleichbaren Wert erschaffen, wie mit unserem Auto Beispiel: Mein Auto fährt 200km/h.

Nun kommen wir zu einer Rechnung der wir momentan sehr regelmäßig auf Webseiten und Artikeln begegnen. Grow-LEDs würden ein viel höheres Gramm pro Watt erzielen.

Das kann durchaus richtig sein, aber die Herangehensweise vieler dieser Artikel ist denkbar falsch, denn in aller Regel wird die Lichtintensität und Lichtdichte nicht mit in diese Rechnung einbezogen, die erheblichen Einfluss auf das Ergebnis haben.

Kommen wir zunächst auf ihre angeblichen Messergebnisse die gerne bei Youtube oder auf den Seiten der Hersteller gepostet werden, bei denen Hochdrucklampen mit LED-Grow Lights verglichen werden. In diesen Videos stimmen meist mehrere Faktoren nicht. Entweder wird zwar der Abstand der Lampen zum Messpunkt direkt unter der Lampe gleich gehalten, aber keine weitere Messung abseits des Zentrums vorgenommen oder falls doch an den Seiten gemessen wird, so ist der Abstand der Lampen nicht identisch. Dies hat den einfachen Grund, dass bei diesen Modellen die Lichtintensität direkt unter der Lampe sehr hoch ist und bereits sehr schnell zu den Seiten hinweg abnimmt. Dies liegt am Abstrahlwinkel der Lampen.

Ein weiterer gern angebrachter Punkt dieser Hersteller ist die Temperatur, die meist fröhlich mit Laserthermometern gemessen wird. Dies ist die „Temperatur in der Sonne“ und nicht die Temperatur im Schatten, da das Laserthermometer auch die Infrarotstrahlung der Hochdrucklampe mit misst. Um einen echten Vergleich anstellen zu können müsste die Sonde des Thermometers von der Strahlung abgeschirmt werden. Dies tun die meisten Hersteller aber nicht, dass es bei gleichmäßiger Lichtqualität quasi keinen Temperaturunterschied geben wird.

Warum erzielen diese Lampen dann bei den Testgrows ein so hohes Gramm pro Watt Ergebnis? Dies ist recht einfach erklärt. Es wird eine verhältnismäßig große Fläche mit recht wenig Licht und Watt beleuchtet. Besonders nicht professionelle Gärtner haben schnellere und bessere Erfolge bei recht geringen Lichtintensitäten. Entsprechend hoch fällt dann der Ertrag pro Watt mit beispielsweise 180W Grow LEDs in einem 1m² Zelt aus im Vergleich zur 400W Hochdrucklampe. Würde für einen solchen Vergleich anstelle der 400W Natriumdampflampe auf einem Quadratmeter lieber eine 250W Hochdrucklampe gewählt werden wäre der Ertragsunterschied kaum vorhanden bei deutlich niedrigeren Anschaffungskosten der Hochdruckbeleuchtung im Vergleich zur Pflanzen-LED.

 

Doch solche Tests führen die Hersteller und Promoter nicht durch, da dadurch ihre angeblichen Vorteile schnell ausgeglichen werden würden.

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