Indoorgrowing - Die Grundlagen

Für viele Menschen ist der Begriff Indoorgrowing durch illegale Cannabiszüchter negativ behaftet, dabei wurde die Pflanzenzucht unter Kunstlicht durchaus nicht für die Zucht von Marihuana entwickelt. Die Gärtnerei mit Hilfe von Lampen in Gewächshäusern oder Innenräumen hat ihre Heimat im Erwerbsgartenbau, um die Kulturperiode der Gartenbauer deutlich zu verlängern, wenn der Winter in den nördlichen Gefilden Einzug hält.

Die Zucht im Innenraum oder in einem geschlossenen und gut isoliertem Gewächshaus unterscheidet sich stark von der normalen Gärtnerei im Freiland. Da in einem geschlossenen System gearbeitet wird muss der Gärtner selbst die Rolle der Natur übernehmen und den Pflanzen die passenden Verhältnisse herstellen. Hierzu zählen folgende Punkte:

  • Licht
  • Wasser
  • Nährstoffe
  • Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff
  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit

 

All diese Faktoren müssen vom Gärtner eingestellt und überwacht werden, wenn es den Pflanzen im Innenraum genauso gut gehen soll, wie im Freilandgarten. Um die Ansprüche der Pflanzen beim Indoorgrowing erfüllen zu können bedarf es einiger Technik.

  • Wenn man kein Gewächshaus oder einen ganzen Raum zur Verfügung hat, so braucht man zunächst eine Growbox, die als Klimakammer für die Pflanzen dient
  • Zur Beleuchtung braucht man eine Growlampe (Natriumdampflampen, Leuchtstoffröhren (T8, T5, CFL) oder LEDs)
  • Um die Pflanzen nicht ersticken zu lassen braucht der Indoorgrower eine Abluftanlage, die die sauerstoffangereicherte Luft aus dem Pflanzraum befördert
  • Die Pflanzen benötigen im Raum eine ständige Luftzirkulation weshalb auch ein Umluftventilator nötig ist
  • Je nach Jahreszeit und Umgebung des Pflanzraumes benötigt der Gärtner zusätzlich eine Luftbefeuchtung, da die Luftfeuchtigkeit im Innenraum meistens alles andere als ideal ist

Zunächst muss sich jeder Gärtner die Frage stellen, wie groß sein Innengarten sein soll. Die Größe richtet sich natürlich auch nach der zu erwartenden Endgröße der Pflanzen. Für alle kleinbleibenden Pflanzenarten wie Salatköpfe, Microgreens, Erdbeeren oder Küchenkräuter eignen sich bereits sehr kleine Pflanzenzelte. Je größer die Art der Pflanze, desto größer sollte auch das Growzelt werden. Hierfür bieten die Hersteller reichlich Varianten zur Auswahl.

Ist die Frage der Räumlichkeit geklärt, so sollte man sich anschließend um die Auswahl der passenden Beleuchtung kümmern. Die Beleuchtungstechnik in der Pflanzenzucht  hat sich in den letzten Jahrzehnten extrem verbessert. Heutzutage gibt es eine schier unglaubliche Auswahl an unterschiedlichen Lampen zur Pflanzenzucht. Hierbei gibt es mehr oder weniger effektive Lampen, die zu unterschiedlichsten Zwecken verwendet werden können. Je kleiner bzw. niedriger der zu bepflanzende Raum ist, umso eher sollte darauf geachtet werden Lampen mit wenig Strahlungswärme wie beispielsweise LEDs oder Leuchtstoffröhrenarmaturen zu nutzen. Je größer und höher der Raum ist, umso nützlicher ist die Strahlungswärme von Hochdrucklampen.

Die Auswahl der Abluft ist recht einfach und richtet sich hauptsächlich nach den genutzten Stromwatt der Beleuchtung. Als Minimum kann man recht einfach den halben Wattwert der Lampe als Abluftwert in Kubikmeter pro Stunde (m³/h) nehmen. Möchte man eine 400W Lampe verwenden, so braucht es mindestens 200m³/h Abluft. Soll der Lüfter in seiner Leistung gedrosselt werden und soll der Lüfter auch ausreichend Reserven zur Kultur während wärmerer Tage bieten, so kann die Wattleistung der Growlampe als Abluftleistung in Kubikmetern pro Stunde gewählt werden. Hierdurch lassen sich auch Klimacontroller optimal verwenden.

Die Wahl der richtigen Umluftventilatoren richtet sich ebenfalls nach der Größe der Pflanzfläche. Während in kleinen Zelten sogenannte Clipventilatoren, die man einfach an den Zeltstangen befestigen kann absolut ausreichen, so bräuchte man auf größeren Pflanzflächen viel zuviele davon. Hier kommen größere Umluftventilatoren zum Einsatz. Die Position des Ventilators ist einfach bestimmt. Die Mitte des Ventilators sollte sich immer auf Höhe der Pflanzenspitzen befinden.

Innenräume sind für die Pflanzenzucht meist zu trocken, weshalb die Verwendung eines Luftbefeuchters häufig nötig wird, um die Feuchtigkeit auf einen Optimalwert von 60-75% zu bekommen. Zur Steuerung des Luftbefeuchters empfiehlt sich ein Klimacontroller, der den Luftbefeuchter immer dann abschaltet, wenn der gewünschte Optimalwert erreicht ist.

 

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