Der Start in die Selbstversorgung

Urban Farming macht Spaß kann aber viel mehr sein, als das bloße Gärtnern im urbanen Raum. In den letzten Jahren häufen sich die Lebensmittelskandale, sei es Gammelfleisch, GMO Mais oder die Verwendung von stark gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmitteln. Auch unsere Kinder verlieren leider immer mehr den wahren Bezug zur Natur. Fleisch aus dem Supermarkt ist ok zu hören, dass das Kalb auf dem Bauernhof aber geschlachtet wird weckt Mitleid und Missverständnis. Möhrchen sind immer fein säuberlich verpackt und Kinder wundern sich über etwas Erde oder Möhrengrün am Gewächs. Umso wichtiger wird es diesen Bezug zu unserem Essen wieder herzustellen und das kann bereits mit dem geringstmöglichen freien Platz passieren. Egal ob im Garten, dem kleinen Balkon des Mietshauses, der Fensterbank oder sogar in einer dunklen ungenutzten Ecke der Wohnung, des Kellers oder Dachbodens kann Urban Farming betrieben werden. Es geht auch gar nicht darum seinen kompletten Lebensmittelbedarf selbst zu decken, das wird selbst mit einer großen Terrasse oder Wohnung schwierig, wenn man keinen ganzen Raum zur Winterbeleuchtung übrig hat, aber zumindest einen Teil seiner Lebensmittel selbst zu produzieren fördert wieder unseren Bezug zu hochwertigen Lebensmitteln. Durch den Selbstanbau von Obst und Gemüse erfahren wir wieder was alles dazugehört ein hochwertiges Produkt herzustellen. Dadurch wächst auch wieder unser Bewusstsein für die Preisgestaltung gewisser Produkte und wir lernen wieder hochwertig als billig einzukaufen.

Aller Anfang ist schwer. Zunächst sollte ein geeigneter Ort gefunden werden. Dies kann zur Anzucht die warme Fensterbank sein, auf der auch Salate und Kräuter einen dauerhaften Platz finden können. Tomaten, Paprikas, Chillies, Gurken und andere große Pflanzen werden natürlich viel zu schnell zu groß für die Fensterbank. Allerdings können diese Pflanzen an bodentiefen Fenstern das ganze Jahr wachsen. Ein kleiner Balkon kann bereits ideal ausgenutzt werden um zahlreiche Obst- und Gemüsepflanzen zu kutlivieren. Das Balkongeländer kann je nach Mietvertrag von außen und innen mit Balkonkästen bestückt werden. Dadurch können wir die mögliche Fläche am Geländer bereits merklich erhöhen. An sonnenbeschienenen Mauern fühlen sich wärmeliebende Pflanzen wie beispielsweise Tomaten pudelwohl. Ist diese Stelle auch noch regensicher so steht einer reichen Tomatenernte eigentlich nichts mehr im Wege. Tiefe Pflanzkisten können zur Kultivierung von Wurzelgemüse wie Kartoffeln und Karotten genutzt werden. Große Gemüsepflanzen brauchen natürlich auch große Töpfe. Je größer die Pflanze potenziell werden kann umso größer sollte der Kulturtopf gewählt werden. Tomaten, Auberginen und andere große Gemüsepflanzen können gut und gerne in Pflanzcontainer bis zu 100 Liter Fassungsvermögen gepflanzt werden. Pflanzen in Töpfen mögen keine Konkurrenz. Pflanzen Sie also alle größeren Pflanzen bitte nur einzeln in ihre Töpfe, da das Wurzelsystem der Pflanzen ansonsten ständig in Stress ist, wodurch die Pflanzen unnötig geschwächt werden.

Unsere kleine Urban Farm soll natürlich auch als Ort der Erholung und Entspannung dienen entsprechend gärtnert das Auge auch mit. Textiltöpfe geben den Wurzeln ihrer Pflanzen eine gute Umgebung und sehen zusätzlich auch noch recht attraktiv aus. Balkonkästen aus alten Paletten wecken einen gewissen Charme, aber Sie können natürlich auch alle anderen Balkonkästen verwenden die Sie selbst schön finden.

Um regelmäßig ernten zu können sollten Sie nicht auf einmal Ihr gesamtes Saatgut an Salaten und Kräutern einpflanzen. Pflanzen Sie lieber im Abstand von einer bis drei Wochen regelmäßig neu, so werden Sie zur Erntesaison regelmäßiger Ernteerträge erzielen und mit frischem Grün versorgt sein. Pflanzen Sie allgemein nicht zu viele große Pflanzen, sie werden überrascht sein wieviel Platz bereits einige wenige große Pflanzen einnehmen werden. Setzen Sie lieber auf Vielfalt als auf Masse, wenn es an Platz mangelt. Dadurch haben Sie eine große Auswahl und durch unregelmäßige Reife Ihrer Früchte erzielen Sie eine regelmäßigere Versorgung. 

Auch auf dem Balkon oder der Fensterbank können Sie eine Fruchtfolge einrichten. Pflanzen Sie Ihr Saatgut je nach Saison, umso früher und länger werden Sie ernten können. Achten Sie beim Kauf ihres Saatguts auf die angegebene Pflanz- und Erntezeit, dadurch können Sie besser planen.

Teilen Sie ihre mögliche Pflanzfläche gut ein, um eine möglichst hohe Vielfalt an Pflanzen halten zu können. Machen Sie sich gegebenenfalls auch einen kleinen Pflanzplan was Sie wo und wann anbauen möchten. Im Sommer können besonders Balkonkästen und kleinere Töpfe recht schnell austrocknen und der Gießvorgang kann in echter Arbeit ausarten. Mit einem kleinen Bewässerungssystem können Sie sich die Arbeit merklich erleichtern. Planen Sie eine mögliche Bewässerungsanlage rechtzeitig und bauen sie am besten bereits bei der Einrichtung des Gartens ein. Dies erspart Ihnen zusätzliche Arbeit. Eine regelmäßige Kontrolle der Bewässerungsanlage bleibt aber dennoch nicht aus, denken Sie also nicht, dass Sie der Bewässerung zu 100% vertrauen können.

Und das wichtigste zu allerletzt. Genießen Sie die Arbeit. Entspannen und erholen Sie sich in Ihrer grünen Oase.

 

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